Tristan und Isolde (UA 1865)

30-Mar-2005

Tristan und Isolde ist ein Musikdrama von Richard Wagner, der das Werk selbst als „Handlung in drei Aufzügen“ bezeichnete. Die Uraufführung fand am 10. Juni 1865 im Könglichen Hof- und Nationaltheater in München statt.

Wagners Oper basiert inhaltlich auf einem epischen Gedicht Gottfrieds von Straßburg aus dem Jahre 1210. Letzteres wiederum ist eine Nachdichtung des altfranzösischen Tristan-Romans von Thomas d'Angleterre (gegen 1180).

Tristan und Isolde ist Wagners dramatische Auseinandersetzung mit der Liebesaffäre zu Mathilde Wesendonck und gilt musikalisch als End- und Wendepunkt zwischen klassisch-romantischer Musiktradition und Neuer Musik („Tristan-Akkord“).

Orchester

3 Flöten (3. auch Piccolo), 2 Oboen, Englischhorn, 2 Klarinetten, Bassklarinette, 3 Fagotte, Kontrafagott, 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Basstuba, 1 Paar Pauken, Becken, Triangel, Harfe, 16 Erste Geigen, 16 Zweite Geigen, 12 Bratschen, 12 Celli, 8 Kontrabässe (Wagners Anweisung: „Die Streichinstrumente sind vorzüglich gut und stark zu besetzen.“)

Bühnenmusik: Englischhorn, 6 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass der Schlussakkord des „Tristan“ nicht wie üblich von allen Instrumenten im Tutti gespielt wird. Das Englischhorn hat Pause, was Richard Strauss zu der Deutung veranlasste: „Das Gift ist raus ...“

Tristan-Akkord

Siehe Tristan-Akkord in Richard Wagners Tristan und Isolde.

Quellen des Stoffs

Die Tristan-Handlung stützt sich auf den keltischen Sagenkreis um König Artus und Tristan - letzterer überliefert in dem großangelegten Versroman „Tristan“ des Gottfried von Straßburg (13. Jh.). Wagner kannte dieses bedeutende Werk der spätmittelalterlichen Literatur ebenso wie die zeitgenössischen Adaptionen des Stoffes durch August von Platen, Karl Ritter und Julius Mosen. Daneben ließ Wagner in seine Handlung Motive und Stimmungen aus Novalis’ Gedichtband „Hymnen an die Nacht“ einfließen.

Entstehungsgeschichte

Siehe Zur Entstehungsgeschichte von Richard Wagners Tristan und Isolde.

Weitere Adaptationen

Die Mythe von Tristan und Isolde ist neben der vom Gral oder jener von König Artus und seiner Tafelrunde eine jener Quellen, aus denen die erzählende Literatur des europäischen Mittelalters in reichem Maße geschöpft hat. Zahlreiche Dichter unterschiedlicher Volksliteraturen - besonders jener Frankreichs und Deutschlands - haben ihr dichterisches Können an der Gestaltung dieses spannungsreichen Stoffes erprobt, der über die Jahrhunderte hin seine Produktivität immer wieder erneut unter Beweis gestellt hat.

Für die Erschließung der altfranzösischen Urfassung stehen also im wesentlichen zwei fragmentarisch überlieferte altfranzösische Werke und vor allem ein vollständiges Werk in mittelhochdeutscher Sprache zur Verfügung. Da das Werk des Eilhard von Oberge die einzig vollständig erhaltene „Tristan“-Version des 12./13.Jahrhunderts ist, kommt ihm sowohl für die französische als auch für die deutsche Literaturgeschichte eine kaum zu überschätzende Bedeutung zu. Auf der Version des Thomas von England schließlich fußt der deutsche Epiker Gottfried von Straßburg, dessen fragmentarisches Epos „Tristan“ als ‚klassische’ Stoffrepräsentation des Mittelalters gilt.

Der Tristan-und-Isolde-Stoff wurde von vielen Künstlern, Schriftstellern, Komponisten usw. künstlerisch umgesetzt. Einige Beispiele:

  • Versepen von Thomas von Britannien (um 1165), Eilhard von Oberge (1180), Gottfried von Straßburg (um 1210);
  • Tragödie von Hans Sachs (1553);
  • Erzählung von Thomas Mann;
  • Oper von Richard Wagner (1859).

Diskografische Empfehlungen

Siehe auch

Literatur

Netmarks

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Quelle

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Version: 19:40, 27. Mär 2005.

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