Stabat Mater

06-Apr-2005

Stabat mater dolorosa (lat., »Es stand die Mutter schmerzenreich«) ist der Anfang eines wahrscheinlich von Jacopone da Todi, möglicherweise aber auch von Bonaventura († 1274) verfassten Gedichtes auf die leidende Gottesmutter, das an den Festen der Sieben Schmerzen Mariä (15. September) sowie am Freitag nach dem ersten Passionstag als Sequenz gebetet oder gesungen wird und seit 1727 zum Brevier der katholischen Kirche gehört.

Lyrik und Übersetzung der ersten fünf Teile

1. Stabat Mater dolorosa

Juxta crucem lacrimosa,

Dum pendebat filius.

Cuius animam gementem

Contristantem et dolentem

Pertransivit gladius.






1. Es stand die Mutter schmerzensreich

bei dem Kreuz, tränenreich,

als dort hing der Sohn.

Ihre Seele, trauervoll,

tiefbetrübt und schmerzvoll,

durchbohrte ein Schwert.




2. O quam tristis et afflicta

Fuit illa benedicta

Mater Unigeniti

Quae maerebat et dolebat,

Pia Mater, dum videbat

Nati poenas incliti.




2. O wie traurig und zerschlagen

war da jene gesegnete

Mutter des Einziggeborenen,

welche wehklagte und litt,

die fromme Mutter, als sie sah

die Leiden ihres berühmten Sohnes.




3. Quis est homo, qui non fleret

Matrem Christi si videret

In tanto supplicio?

Quis non posset contristari

Piam matrem contemplari

Dolentem cum filio?




3. Wer wäre der Mensch, der nicht weinte,

wenn er die Mutter Christi sähe

in so großer Pein?

Wer könnte nicht mittrauern,

die fromme Mutter anblickend,

wie sie leidet mit dem Sohn?




4. Pro peccatis suae gentis

Jesum vidit in tormentis

Et flagellis subditum

Vidit suum dulcem natum

Morientem desolatum

Cum emisit spiritum.




4. Für die Sünden seines Volkes

Jesus siehet sie in Qualen,

und mit Geißeln gemartert,

sieht sie ihren süßen Sohn

sterbend ohne Trost,

da er aufgibt seinen Geist.




5. Eia Mater, fons amoris

Me sentire vim doloris

Fac, ut tecum lugeam

Fac, ut ardeam cor meum

In amando Christum Deum

Ut sibi conplaceam.




5. Ach, Mutter, Quell der Liebe,

mich laß fühlen die Gewalt des Schmerzes,

auf dass ich mit dir trauere;

Mach, dass brenne das Herze mein

in Liebe zu Christus, meinem Gott,

auf dass ihn ich mir gnädig stimme.




Vertonungen

Das Stabat Mater ist oft von klassischen Komponisten vertont worden. Nicht immer wurde der gesamte Text verwendet, unterschiedliche Anlässe der Stücke und persönliche Prägungen der Komponisten führten oft zur Akzentsetzung etwa unter den Themen: Trost, Leid, Klage. Die alte Choralmelodie wurde von Josquin und Palestrina schon im 16. Jahrhundert polyphon vertont. Viele weitere Komponisten schufen Vertonungen des Stabat Mater, die auch heute noch oft aufgeführt werden (nach dem Komponistennamen folgt die Besetzung):

Wissenswertes

Nach der Uraufführung von Gioacchino Rossinis Stabat Mater in Paris schrieb Heinrich Heine eine begeisterte Kritik, in der er diese Musik mit der »glutvollen Malerei der italienischen und spanischen Schule« vergleicht:

»Das ungeheure erhabene Martyrium wurde hier dargestellt, aber in den naivsten Jugendlauten, die furchtbaren Klagen der Mater dolorosa ertönten, aber wie aus unschuldig kleiner Mädchenkehle, neben dem Flor der schwärzesten Trauer rauschten die Flügel aller Amoretten der Anmut, die Schrecknisse des Kreuztodes waren gemildert wie von tändelndem Schäferspiel, und das Gefühl der Unendlichkeit umwogte und umschloss das Ganze wie der blaue Himmel, der auf die Prozession herableuchtete wie das blaue Meer, an dessen Ufern sie singend und klingend dahinzog!«

Diskografische Empfehlungen

Titel Jahr CDs Bezugsmöglichkeit
... 1 EUR Bestellen

Siehe auch

Literatur

Netmarks

Quelle und Lizenz

Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.

Artikel | Bearbeiten | Diskutieren | Drucken | Versionen | Autoren | Backlinks.

Version: 12:46, 3. Apr 2005.

Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Bildquellennachweise:

  • Promotionmaterial © Amazon.de.
Kategorien: