Johannespassion
Erstellt: 22-Apr-2005
Die Johannespassion ist die Leidensgeschichte des Jesus von Nazareth, wie sie das Johannesevangelium 18,1-19,42 schildert. Es akzentuiert die Passion als Erhöhung.
Vertonung durch Bach
Die berühmteste Vertonung stammt von Johann Sebastian Bach (BWV 245). Sie ist neben der monumentalen Matthäuspassion die einzige vollständig erhaltene authentische Bach-Passion. Ihre Uraufführung war am Karfreitag, dem 7. April 1724, in der Nikolaikirche in Leipzig. Wie auch in der Matthäuspassion wird die Handlung aus vier verschiedenen Perspektiven vorgetragen:
- Erzählende Perspektive, ausgedrückt durch die Rezitative des Evangelisten, der handelnden Personen und durch die dramatischen Chor-Partien
- Betrachtende Perspektive des/der Einzelnen, dargestellt in den zumeist lyrischen Arien
- Andachtsperspektive der Gemeinde, in Form bekannter evangelischer Kirchenchoräle
- Ermahnende Perspektive, verkörpert durch die aufwändig angelegten Eingangs- und Schlusschöre
Die bachsche Johannespassion enthält ausgeprägte kontrapunktische Elemente, und greift auf zum Teil schon zu Bachs Zeiten altertümliche Instrumente wie die Laute, die Viola d'amore und die Gambe zurück.
Im Gegensatz zur Matthäuspassion unterzog Bach die Johannespassion mehrfach umfassenden Umgestaltungen. Für die Aufführung 1725 ersetzte er den Anfangs- und Schlusschor durch zwei Choralbearbeitungen, "Oh Mensch, bewein dein Sünde groß" und "Christe du Lamm Gottes". Es ist vermutet worden, dass diese Überarbeitung die Passion besser in die Reihe der Choralkantaten einpassen sollte, die er im Jahrgang 1724/25 systematisch schrieb.
Eine dritte Fassung entstand nach der Komposition der Matthäuspassion. Dabei entfernte er die Textstellen, die ursprünglich aus dem Matthäusevangelium eingefügt waren, also u. a. die Erdbebenszene. Eine vierte Variante wurde 1749 aufgeführt, die im wesentlichen wieder der Struktur von 1724 entsprach.
Vertonung durch andere Komponisten
Auch wenn mit der Johannespassion meist Bachs Werk gemeint ist, haben doch auch viele andere Komponisten die Leidensgeschichte Jesu nach Johannes vertont:
- Arvo Pärt (*1935)
- Lothar Graap (*1933)
- Sofia Gubaidulina (*1931)
- Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
- Georg Philipp Telemann (1681 - 1767)
- Alessandro Scarlatti (1660 - 1725)
- Heinrich Schütz (1585 - 1672)
- Christoph Demantius (1567 - 1643)
- Leonhard Lechner (um 1553 - 1606)
- Joachim a Burck (1546 - 1610)
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Stand: 00:18, 18. Apr 2005.
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Die Johannespassion ist die Leidensgeschichte des Jesus von Nazareth, wie sie das Johannesevangelium 18,1-19,42 schildert. Es akzentuiert die Passion als Erhöhung.
Vertonung durch Bach
Die berühmteste Vertonung stammt von Johann Sebastian Bach (BWV 245). Sie ist neben der monumentalen Matthäuspassion die einzige vollständig erhaltene authentische Bach-Passion. Ihre Uraufführung war am Karfreitag, dem 7. April 1724, in der Nikolaikirche in Leipzig. Wie auch in der Matthäuspassion wird die Handlung aus vier verschiedenen Perspektiven vorgetragen:
- Erzählende Perspektive, ausgedrückt durch die Rezitative des Evangelisten, der handelnden Personen und durch die dramatischen Chor-Partien
- Betrachtende Perspektive des/der Einzelnen, dargestellt in den zumeist lyrischen Arien
- Andachtsperspektive der Gemeinde, in Form bekannter evangelischer Kirchenchoräle
- Ermahnende Perspektive, verkörpert durch die aufwändig angelegten Eingangs- und Schlusschöre
Die bachsche Johannespassion enthält ausgeprägte kontrapunktische Elemente, und greift auf zum Teil schon zu Bachs Zeiten altertümliche Instrumente wie die Laute, die Viola d'amore und die Gambe zurück.
Im Gegensatz zur Matthäuspassion unterzog Bach die Johannespassion mehrfach umfassenden Umgestaltungen. Für die Aufführung 1725 ersetzte er den Anfangs- und Schlusschor durch zwei Choralbearbeitungen, "Oh Mensch, bewein dein Sünde groß" und "Christe du Lamm Gottes". Es ist vermutet worden, dass diese Überarbeitung die Passion besser in die Reihe der Choralkantaten einpassen sollte, die er im Jahrgang 1724/25 systematisch schrieb.
Eine dritte Fassung entstand nach der Komposition der Matthäuspassion. Dabei entfernte er die Textstellen, die ursprünglich aus dem Matthäusevangelium eingefügt waren, also u. a. die Erdbebenszene. Eine vierte Variante wurde 1749 aufgeführt, die im wesentlichen wieder der Struktur von 1724 entsprach.
Vertonung durch andere Komponisten
Auch wenn mit der Johannespassion meist Bachs Werk gemeint ist, haben doch auch viele andere Komponisten die Leidensgeschichte Jesu nach Johannes vertont:
- Arvo Pärt (*1935)
- Lothar Graap (*1933)
- Sofia Gubaidulina (*1931)
- Georg Friedrich Händel (1685 - 1759)
- Georg Philipp Telemann (1681 - 1767)
- Alessandro Scarlatti (1660 - 1725)
- Heinrich Schütz (1585 - 1672)
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