Krolloper Berlin
Erstellt: 20-May-2005
Die Krolloper - auch als Krollscher Wintergarten bezeichnet - war ein von dem Restaurantbesitzer Joseph Kroll gegründetes, von 1843-1844 durch Ludwig Persius und Carl Ferdinand Langhans erbautes und am 15. Februar 1844 eröffnetes Opernhaus in Berlin. Es lag am damaligen Kaiserplatz, dem heutigen Platz der Republik, gegenüber dem (später erbauten) Reichstagsgebäude.

Ursprünglich führte das Haus Marionetten-Aufführungen und volkstümliche Konzerte auf, später dann auch Komische Opern und Operetten. Die Krolloper wurde 1886 vom Hoftheater übernommen, in Neues Königliches Opernhaus umbenannt, 1914 zerstört und 1920-1923 neu aufgebaut. Am 1. Januar 1924 wurde das inzwischen zur Staatsoper gehörende Haus als Staatsoper am Platz der Republik (Platz der Republik 7) wiedereröffnet; das Haus verfügte über 2.100 Sitze.
1927 trennte sich das Haus unter Leitung von Otto Klemperer wieder von der Staatsoper (Neueröffnung am 19. November 1927); als Dirigenten arbeiteten Alexander von Zemlinsky und Fritz Zweig, als Regisseure Ernst Legal, Gustaf Gründgens und Hans Curjel sowie Ewald Dülberg, Lászlo Moholy-Nagy, Teo Otto und Oskar Schlemmer als Bühnenbildner an der Krolloper. 1927-1928 wurde der Kroll-Festsaal von Oskar Kaufmann erbaut (vgl. [1]).
Aus wirtschaftlichen und politischen Gründen musste das Opernhaus in den 1930er Jahren schließen.
Nach dem Reichstagsbrand im Jahr 1933 diente die Krolloper als Sitz des deutschen Parlaments; am 23. März 1933 wurde hier gegen die Stimmen der SPD unter Führung von Otto Wels (die KPD-Abgeordneten waren bereits ausgeschlossen worden) durch den Reichstag das Ermächtigungsgesetz verabschiedet, am 1. September 1939 durch Adolf Hitler der Beginn des Zweiten Weltkriegs verkündet und am 26. April 1942 die letzte Reichstagssitzung durchgeführt. Das Gebäude wurde durch einen Bombenangriff am 22. November 1943 zerstört, wie auch das Gebäude der Deutschen Oper Berlin.

1951 wurde die Ruine gesprengt und bis 1957 abgetragen.
Bedeutende Uraufführungen
- 1929: Paul Hindemith: Neues vom Tage
- 1930: Arnold Schönberg: Begleitmusik zu einer Lichtspielszen
Siehe auch
Weitere Opernhäuser in Berlin:
Literatur
Edition Luisenstadt: Krolloper,
www.luise-berlin.de/lexikon/mitte/k/Krolloper.htm.
Deutscher Bundestag: Schauplätze - 1933 - Kroll-Oper,
www.bundestag.de/parlament/geschichte/parlhist/reise_5.html.
Berlin: Kroll-Oper (engl.) - Postkartenmotive von der Krolloper,
www.andreas-praefcke.de/carthalia/germany/berlin_krolloper.htm.
Netmarks
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Stand: 18:33, 14. Mai 2005.
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Bildquellennachweise: • Promotionmaterial © Amazon.de. • Krolloper Berlin um 1900 - Die Kroll-Oper war nach dem Reichtagsbrand 1933 für einige Zeit der Ersatzreichstag - Quelle: commons.wikimedia.org via de.wikipedia.org; Verlag: Kunstverlag von J. Goldiner, Berlin; D.R.G.M. C.23; Lizenz: Public Domain • Krolloper 1938 - Hitler nimmt in der Krolloper Ovationen entgegen nach „friedlicher“ Besetzung Österreichs - Quelle: www.archives.gov via commons.wikimedia.org via de.wikipedia.org; Lizenz: Public Domain.
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Erstellt: 20-May-2005
Die Krolloper - auch als Krollscher Wintergarten bezeichnet - war ein von dem Restaurantbesitzer Joseph Kroll gegründetes, von 1843-1844 durch Ludwig Persius und Carl Ferdinand Langhans erbautes und am 15. Februar 1844 eröffnetes Opernhaus in Berlin. Es lag am damaligen Kaiserplatz, dem heutigen Platz der Republik, gegenüber dem (später erbauten) Reichstagsgebäude.

Ursprünglich führte das Haus Marionetten-Aufführungen und volkstümliche Konzerte auf, später dann auch Komische Opern und Operetten. Die Krolloper wurde 1886 vom Hoftheater übernommen, in Neues Königliches Opernhaus umbenannt, 1914 zerstört und 1920-1923 neu aufgebaut. Am 1. Januar 1924 wurde das inzwischen zur Staatsoper gehörende Haus als Staatsoper am Platz der Republik (Platz der Republik 7) wiedereröffnet; das Haus verfügte über 2.100 Sitze.
1927 trennte sich das Haus unter Leitung von Otto Klemperer wieder von der Staatsoper (Neueröffnung am 19. November 1927); als Dirigenten arbeiteten Alexander von Zemlinsky und Fritz Zweig, als Regisseure Ernst Legal, Gustaf Gründgens und Hans Curjel sowie Ewald Dülberg, Lászlo Moholy-Nagy, Teo Otto und Oskar Schlemmer als Bühnenbildner an der Krolloper. 1927-1928 wurde der Kroll-Festsaal von Oskar Kaufmann erbaut (vgl. [1]).
Aus wirtschaftlichen und politischen Gründen musste das Opernhaus in den 1930er Jahren schließen.
Nach dem Reichstagsbrand im Jahr 1933 diente die Krolloper als Sitz des deutschen Parlaments; am 23. März 1933 wurde hier gegen die Stimmen der SPD unter Führung von Otto Wels (die KPD-Abgeordneten waren bereits ausgeschlossen worden) durch den Reichstag das Ermächtigungsgesetz verabschiedet, am 1. September 1939 durch Adolf Hitler der Beginn des Zweiten Weltkriegs verkündet und am 26. April 1942 die letzte Reichstagssitzung durchgeführt. Das Gebäude wurde durch einen Bombenangriff am 22. November 1943 zerstört, wie auch das Gebäude der Deutschen Oper Berlin.

1951 wurde die Ruine gesprengt und bis 1957 abgetragen.
Bedeutende Uraufführungen
- 1929: Paul Hindemith: Neues vom Tage
- 1930: Arnold Schönberg: Begleitmusik zu einer Lichtspielszen
Siehe auch
Weitere Opernhäuser in Berlin:
Literatur
Edition Luisenstadt: Krolloper,
www.luise-berlin.de/lexikon/mitte/k/Krolloper.htm.
Deutscher Bundestag: Schauplätze - 1933 - Kroll-Oper,
www.bundestag.de/parlament/geschichte/parlhist/reise_5.html.
Berlin: Kroll-Oper (engl.) - Postkartenmotive von der Krolloper,
www.andreas-praefcke.de/carthalia/germany/berlin_krolloper.htm.
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