Tabula rasa. Fratres. Symphony No. 3

DGs wundervoll produziertes Album Twenty/Twenty-One (20/21) zollt den Werken von Arvo Pärt Tribut. Die hübsch verpackte CD präsentiert zwei Neuinterpretationen seiner bekanntesten und mittlerweile unbestreitbar zur Klassik gehörenden Arbeiten Tabula Rasa und Fratres. Neben der minimalistischen Technik lebt die Aufnahme von der unergründlichen und zeitlosen Schönheit der Partituren und dem tiefen Eintauchen in ihre hypnotische Klangwelt. Am schnellsten entdeckt man diese Reize bei der Erfolgsaufnahme von ECM Tabula Rasa. Im Gegensatz zum künstlerisch makellosen Auftritt von Gidon Kremer scheint Gil Shaham jedoch der Schlüssel zu den Komponenten dieser Schönheit zu fehlen: Da ist Kargheit, Entfremdung und Distanz in seiner Musik, obwohl er sie im Booklet als "göttliche Erscheinung" beschreibt und mit der Wüstenlandschaft Utahs vergleicht. Zweifellos zeigt sein Spiel ein exquisites Ende, doch ist Shaham trotz eines stimmhaften Charakters zu überschwenglich in seiner Musik und umhüllt sie mit einem lieblichen, aber undifferenzierten Schein. Passagen von Fratres klingen deshalb so seltsam gebändigt, als ob es sich um eine feierliche Huldigung à la The Lark Ascending, Tabula rasa oder ein Vivaldi Andante handeln würde. Ungeachtet dessen bietet die CD mit der klanglichen Widmung des Künstlers Neeme Järvi einen sehr überzeugenden Vortrag der Dritten Sinfonie von 1971. Pärts sowjetische Ursprünge, die Gesänge der Orthodoxen Kirche und die Faszination der Glockenklänge erscheinen selten so klar skizziert und doch völlig verändert wie in diesem Werk. Järvi gießt die facettenreichen und finsteren Vertonungen in eine lebhafte dramatische Form. Mit einer abgrundtiefen Basslinie, die gegen die eindringlichen Triller zerrt, verweist er auf Schostakowitsch oder -- wie im Eröffnungssolo -- auf die unbedeckte Würde einer Sibelius-Landschaft. Der große Erfolg von Pärts bekannteren Werken ließ es zu, von der Qualität der frühen Arbeiten abzulenken, und dieser exellente Vortrag hilft, unsere Perspektive wieder zu erweitern. --Thomas May

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Hersteller: Deutsche Grammophon Production (Universal)
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Preis: EUR 21,32
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Tabula rasa. Fratres. Symphony No. 3 ist eine Audio CD von Neeme Järvi und Arvo Pärt und Gil Shaham und Göteborger Sinfoniker mit Music von . Die Veröffentlichung umfasst 1 Audio CD(s) und erschien am 25. Juli 2005 bei Deutsche Grammophon Production (Universal). Diese Ausgabe wird derzeit bei dem renommierten Internet-Versandhändler Amazon.de als lieferbar geführt (ASIN: B00001IVON).

Der Listenpreis der Audio CD beträgt EUR 21,32; bei Amazon kostet Tabula rasa. Fratres. Symphony No. 3 EUR 17,99 bei Verkauf und Versand durch Amazon.de. Gebraucht ist die Audio CD ggf. bereits ab EUR 9,82 zu bekommen. Alle Preisangaben verstehen sich selbstverständlich inkl. MwSt.

DGs wundervoll produziertes Album <I>Twenty/Twenty-One (20/21)</I> zollt den Werken von Arvo Pärt Tribut. Die hübsch verpackte CD präsentiert zwei Neuinterpretationen seiner bekanntesten und mittlerweile unbestreitbar zur Klassik gehörenden Arbeiten <i>Tabula Rasa</i> und <i>Fratres</i>. Neben der minimalistischen Technik lebt die Aufnahme von der unergründlichen und zeitlosen Schönheit der Partituren und dem tiefen Eintauchen in ihre hypnotische Klangwelt. Am schnellsten entdeckt man diese Reize bei der Erfolgsaufnahme von ECM <i>Tabula Rasa</i>.<p> Im Gegensatz zum künstlerisch makellosen Auftritt von Gidon Kremer scheint Gil Shaham jedoch der Schlüssel zu den Komponenten dieser Schönheit zu fehlen: Da ist Kargheit, Entfremdung und Distanz in seiner Musik, obwohl er sie im Booklet als "göttliche Erscheinung" beschreibt und mit der Wüstenlandschaft Utahs vergleicht. Zweifellos zeigt sein Spiel ein exquisites Ende, doch ist Shaham trotz eines stimmhaften Charakters zu überschwenglich in seiner Musik und umhüllt sie mit einem lieblichen, aber undifferenzierten Schein. Passagen von <i>Fratres</i> klingen deshalb so seltsam gebändigt, als ob es sich um eine feierliche Huldigung à la <i>The Lark Ascending</i>, <i>Tabula rasa</i> oder ein Vivaldi Andante handeln würde.<p> Ungeachtet dessen bietet die CD mit der klanglichen Widmung des Künstlers Neeme Järvi einen sehr überzeugenden Vortrag der <i>Dritten Sinfonie</i> von 1971. Pärts sowjetische Ursprünge, die Gesänge der Orthodoxen Kirche und die Faszination der Glockenklänge erscheinen selten so klar skizziert und doch völlig verändert wie in diesem Werk. Järvi gießt die facettenreichen und finsteren Vertonungen in eine lebhafte dramatische Form. Mit einer abgrundtiefen Basslinie, die gegen die eindringlichen Triller zerrt, verweist er auf Schostakowitsch oder -- wie im Eröffnungssolo -- auf die unbedeckte Würde einer Sibelius-Landschaft. Der große Erfolg von Pärts bekannteren Werken ließ es zu, von der Qualität der frühen Arbeiten abzulenken, und dieser exellente Vortrag hilft, unsere Perspektive wieder zu erweitern. <I>--Thomas May</I> (Aus der Amazon.de-Redaktion)

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