Georg Friedrich Händel (1685-1759)

12-Apr-2005

Georg Friedrich Händel (* 23. Februar 1685 in Halle (Saale); † 14. April 1759 in London) war ein bedeutender Komponist des Barock.

Zu seinem Hauptwerk zählen rund 40 Opern und 25 Oratorien, darunter der Messias (engl. Messiah).

Leben

Herkunft und Jugend

Händels Vater Georg (* 1622) war Barbier und Wundarzt und hielt eine Stelle als Hofchirurg beim Herzog von Sachsen-Weißenfels, so dass die Familie Kontakt mit dem ca. 30 km entfernt residierenden Hof hatte. Als Georg Händels erste Frau 1682 starb, heiratete er kurze Zeit später die 32jährige Dorothea Taust, Tochter eines Pfarrers. Das erste Kind aus dieser zweiten Ehe starb 1684 bei der Geburt, nach Georg Friedrich folgten noch zwei Schwestern.

Die einzige Quelle für Händels Jugend ist John Mainwarings 1760 veröffentlichte Biographie, die auf Mitteilungen von Händels langjährigem Assistenten John Christopher Smith jun. basiert. Danach nahm ihn sein Vater, noch bevor er acht war, auf Besuch zu einem Sohn aus seiner ersten Ehe, der Kammerdiener in Weißenfels war. Nachdem er lange genug gebettelt hatte, durfte der Junge mit auf die Reise. So machte er Bekanntschaft mit den Hofmusikern und spielte auf der Orgel, als es der Herzog zufällig mitbekommen musste. Dieser erkannte sofort sein Talent und sprach ernsthaft mit dem Vater, der seinen Argumenten nachgeben musste, obwohl er sich selbst nicht für Musik interessierte.

Nach der Rückkehr nach Halle wurde Händel ein Schüler von Friedrich Wilhelm Zachow (oder Zachau), dem Organisten der Liebfrauenkirche. Von ihm bekam er Unterricht in Komposition, auf Tasteninstrumenten sowie Oboe und Violine. Sein Lehrer ließ ihn auch eine enorme Menge an Vokalmusik schreiben, und er musste jede Woche eine Motette komponieren. Gemäß Mainwaring wurde Händel mit zwölf an den Hof in Berlin geschickt, wo er großen Eindruck hinterlassen habe. Der brandenburgische Kurfürst (später König Friedrich I. von Preußen) habe angeboten, den Jungen nach Italien zu schicken und anschließend am Hof in Berlin anzustellen.

Verschiedene Fakten in dieser Geschichte sind jedoch nachweislich falsch, so dass dieser Besuch in Berlin möglicherweise einige Jahre später stattgefunden hat, nachdem Händels Vater 1697 gestorben war. Händel führte jedenfalls seine Schul- und musikalische Ausbildung bis zum Ende fort und besuchte ab 1702 die neugegründete Universität in Halle, um Rechtswissenschaft zu studieren. Im gleichen Jahr übernahm er jedoch den Organistenposten am Dom.

Hamburg

Nachdem seiner Probezeit von einem Jahr begab er sich nach Hamburg. Dort blühte unter ihrem Gründer Reinhard Keiser die einzige deutsche Oper, die diesen Namen verdiente. Händel musizierte erst als zweiter Violinist, später als Cembalist im Opernensemble und befreundete sich mit dem Komponisten, Dirigenten und Sänger Johann Mattheson, der später einflussreiche musiktheoretische Schriften wie Das Neu-Eröffnete Orchestre und Grundlage einer Ehrenpforte schrieb. Als in Lübeck der Posten des berühmten Organisten Dietrich Buxtehude vakant wurde, weil dieser in hohem Alter schließlich in den Ruhestand ging, reisten sie zusammen dorthin. Aber weder Händel noch Mattheson bewarben sich um die Stelle, weil der erfolgreiche Kandidat die ältliche Tochter des Organisten hätte heiraten müssen.

Ein anderes Abenteuer hätte noch ernstere Konsequenzen haben können. Bei einer Aufführung von Matthesons Oper Cleopatra in Hamburg weigerte sich Händel, dem Komponisten den Dirigentenstuhl zu überlassen, als dieser nach dem Singen des Antonius von der Bühne zu seinem üblichen Platz am Cembalo zurückkam. Der Streit führte zu einem Duell außerhalb des Theaters. Aber die beiden blieben Freunde, und Matthesons Schriften sind voll wertvoller Informationen über Händels Biographie.

Für den Karfreitag 1704 schrieb Händel eine Passionsvertonung nach Johannes nach einem Text des Opernlibrettisten Christian Postel, die von Mattheson scharf kritisiert wurde und heutzutage weitgehend unbeachtet bleibt. Am 8. Januar 1705 wurde Händels erste Oper Almira mit großem Erfolg in Hamburg aufgeführt, wenige Wochen später eine weitere mit dem Titel Nero, die ein Flop wurde. Während Nero verloren ist, bietet Almira mit ihrer Mischung aus italienischer und deutscher Sprache und Form ein gutes Beispiel für den in Hamburg üblichen Stil und für Händels eklektizistische Methoden. Viele der Themen aus der Oper erscheinen in seinen späteren und besser bekannten Werken.

In Hamburg komponierte Händel noch eine weitere Oper, die aber so umfangreich wurde, dass sie in zwei Werke, Daphne und Florindo, aufgeteilt werden musste, die erst nach Händels Abreise im Januar 1708 auf die Bühne kamen. Die Musik beider Werke ist verschollen. Nachdem Händel schon mehrmals Angebote von adligen Mäzenen für eine Italienreise abgelehnt hatte, darunter wahrscheinlich von Gian Gastone de Medici, reiste er im Sommer oder Herbst 1706 auf eigene Rechnung nach Italien.

Italien

Händel blieb drei Jahre in Italien, die sich auf Florenz, Rom, Neapel und Venedig aufteilen. Die genauen Daten für seine Aufenthalte in den verschiedenen Städten sind nicht bekannt. Viele Anekdoten sind aus dieser Zeit überliefert, von Treffen mit Arcangelo Corelli und Antonio Lotti sowie Alessandro und Domenico Scarlatti. Händel wurde als Il Sassone (der Sachse) berühmt. Als Domenico ihn einmal incognito spielen hörte, soll er ausgerufen haben "Das ist entweder der berühmte Sachse oder der Teufel". Dann gibt es eine Geschichte von Corelli, der sich über eine Passage in Händels Ouvertüre zu Il Trionfo beklagte, in der die Violinen bis zum hohen A gehen. Händel soll ihm das Instrument ungeduldig aus der Hand gerissen und gezeigt haben, wie die Passage zu spielen sei. Corelli, der nie in seinem Leben in der dritten Lage gespielt hatte (die Passage war in der siebten), habe geantwortet: "Diese Musik, mein lieber Sachse, ist im französischen Geschmacke, und darauf versteh ich mich nicht".

In Italien führte Händel zwei Opern auf, Rodrigo (Sommer 1707) in Florenz und Agrippina (Ende 1709/Anfang 1710) in Venedig. Letztere wird in der Forschung als der eigentliche Durchbruch in seinem Opernstil gesehen. Die Ouvertüre verwendete er 44 Jahre später als Quelle für sein letztes neues Oratorium Jephtha. Für Rom, wo Opernaufführungen durch den Papst verboten waren, schuf er zwei Oratorien, das geistliche La Resurrezione (Frühjahr 1708) und das allegorische Il Trionfo del Tempo e del Disinganno (Frühjahr 1707). Dieses arbeitete er 46 Jahre später mit einigen Ergänzungen zu seinem letzten Werk The Triumph of Time and Truth um.

Neben diesen größeren Werken gibt es die Serenata Aci, Galatea e Polifemo (Neapel 1708) und zahlreiche Chor- und Solokantaten, davon die früheste das berühmte Dixit Dominus. In ihrem gesanglichen Schwierigkeitsgrad zeigen sie, wie grundlegend die italienischen Erfahrungen Händels Stil beeinflussten.

In Italien begründete Händel seinen Ruhm. 1709 wurde ihm in Venedig der Posten des Kapellmeisters des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover angeboten. Er nahm die Stelle an, ließ sich aber zusichern, für längere Zeiträume vom Hof abwesend sein zu dürfen. Diese Option nutzte er schon bald aus: offiziell begann sein Vertrag 16. Juni 1710, aber schon gegen Ende des Jahres reiste er nach London.

Er kam als Komponist italienischer Oper und erntete seinen ersten Erfolg mit der Uraufführung des Rinaldo am Haymarket am 24. Februar 1711. Zur Bestürzung des Librettisten hatte er die Oper innerhalb von nur vierzehn Tagen komponiert. Nach dem Ende der Opernsaison kehrte er Anfang Juni 1712 nach Hannover zurück und schrieb eine Reihe von Vokalduetten für Prinzessin Caroline, die Schwiegertochter des Kurfürsten und spätere englische Königin.

Erste Jahre in London

Im Oktober 1712 kehrte Händel nach London zurück, wo er – abgesehen von Reisen – den Rest seines Lebens verbrachte. Er wohnte zunächst ein Jahr bei einem reichen Musikliebhaber in Barn Elms, Surrey. Drei weitere Jahre lebte er in Burlington in der Nähe von London. Die Hauptwerke dieser Periode sind zwei italienische Opern und das Utrechter Te Deum im Auftrag von Queen Anne, nach dessen Aufführung sie ihm eine lebenslange Pension von £ 200 gewährte.

Obwohl Händel in seiner Abwesenheit vom Hof in Hannover weit überdehnte, ist kein Versuch des Kurfürsten Georg überliefert, ihn an seine Verpflichtung zu erinnern. Im September 1714 kam der Kurfürst als König George I. von England nach London. Für ihn schrieb Händel die Wassermusik, die bei einem Fest auf der Themse wahrscheinlich erstmals 1717 aufgeführt wurde. Der König verdoppelte sein Gehalt, und sgpäter wurde Händel Musiklehrer der Prinzessinnen und bekam weitere £ 200 von Prinzessin Caroline. 1716 folgte er dem König nach Deutschland, wo er eine zweite deutschsprachige Passion nach der beliebten Dichtung von Heinrich Brocke schrieb. Dies war Händels letztes Werk auf einen deutschen Text.

Nach seiner Rückkehr nach England ging er in die Dienste des Herzogs von Chandos und leitete dessen Konzerte. Händels Musik, die er für die Herzogsresidenz Cannons in Edgware schrieb, umfasst die ersten Fassungen von Esther und Acis and Galatea sowie die zwölf Chandos Anthems. Diese Kompositionen sind in etwa in der Form von Bachs Kirchenkantaten verfasst, benutzen aber nicht systematisch Choralmelodien. Für das Cembalo schrieb er die 1720 veröffentlichten Suites de Pièces pour le Clavecin, die u.a. den bekannten Variationenzyklus enthalten, der später den Namen The Harmonious Blacksmith erhielt.

Abbildung: Das Queen's Theatre (ab 1714 King's Theatre) am Haymarket in London. Hier wurden die meisten Opern Händels uraufgeführt.

Blüte der Oper

Händels Aufenthalt in Cannons endete etwa im Frühjahr 1719, als die Vorbereitungen für ein neues Opernunternehmen am King's Theatre begannen, die Royal Academy of Music mit Händel als Musikdirektor. Da zu dieser Zeit die Spekulation um die South Sea Company blühte, wurde das Unternehmen als Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von £ 10.000 gegründet. Für das Anwerbung einer Sängertruppe reiste Händel auf den Kontinent und konnte in Dresden mehrere Sänger abwerben, darunter den Starkastraten Senesino, von denen die meisten aber erst zur Saison 1720/21 zur Verfügung standen.

Händels erste und sehr erfolgreiche Oper für die Opernakademie, Radamisto wurde erstmals am 27. April 1720 aufgeführt. Ab der zweiten Saison sah das Publikum eine Rivalität zwischen Händel und Giovanni Bononcini, einem weiteren Komponisten der Akademie. Händels Dominanz wurde erst etwa ab der dritten Saison spürbar, und in den folgenden Jahren schrieb er einige seiner bedeutendsten und heute am populärsten Opern, wie Giulio Cesare und Tamerlano.

Später engagierte die Opernakademie noch die Sängerinnen Francesca Cuzzoni (ab Januar 1723) und Faustina Bordoni (ab Mai 1726). Nach der Saison 1727/28 wurde die von Anbeginn unterfinanzierte und durch die hohen Gehälter (Cuzzoni bekam £2500 pro Saison) belastete Akademie aufgelöst. Persönlich nahm Händel von dem Scheitern der Akademie jedoch keinen Schaden.

Zweite Opernakademie

Am 13. Februar 1726 war Händel englischer Staatsbürger geworden. Nach der Auflösung der Opernakademie startete er zusammen mit dem ehemaligen Direktor J. J. Heidegger ein neues Unternehmen, das in der Literatur auch als zweite Opernakademie bezeichnet wird. Sie übernahmen den Fundus der Akademie, mieteten das King's Theatre für fünf Jahre, und Händel reiste im Herbst 1728 nach Italien, um neue Sänger anzuwerben. Das neue Ensemble war durchweg bescheidener angelegt, mit Antonio Bernacchi als neuem Star. Auf der Rückreise besuchte Händel im Sommer 1729 seine Mutter in Halle und machte in Hannover und Hamburg halt.

Das neue Opernunternehmen eröffnete am 2. Dezember mit Lotario, hatte aber nur moderaten Erfolg, so dass für die nächste Saison wieder Senesino als Zugnummer engagiert wurde. Eher zufällig wurde Händels Interesse auf das Oratorium gelenkt. 1732 wurden seine beiden englischsprachigen Masques Esther und Acis and Galatea aus der Cannons-Zeit unautorisiert gespielt. Händel antwortete jeweils schnell darauf, indem er eigene neue Fassungen erstellte und mit Erfolg aufführte.

Die nächste Saison 1732/33 bestritt er weitgehend mit Oratoriumsaufführungen, darunter das weitgehend aus alten Material bestehende Deborah. Im Sommer reiste er mit seinem Ensemble für mehrere Aufführungen nach Oxford, wo erstmals Athalia gespielt wurde, in dem erstmals seine typischen Doppelchöre auftauchen und das als erstes Reifewerk seines Oratorienschaffens gilt. Der Erfolg damit brachte Händel jedoch keineswegs dazu, die niedergehende italienische Oper aufzugeben.

Niedergang der Oper

Im Dezember 1733 wurde eine rivalisierende Operngesellschaft, die Opera of the Nobility, in Lincoln's Inn Fields eröffnet, mit Nicola Porpora als Komponisten. Zuvor hatten sie fast sein gesamtes Sängerensemble einschließlich Senesino abgeworben. Da es in London keinen Markt für zwei konkurrierende Opern gab, kam es zu einem ruinösen Wettbewerb. Die Situation verschärfte sich noch dadurch, dass in der nächsten Saison der Mietvertrag auslief und Heidegger das King's Theatre an die Adelsoper vermietete. Dazu gelang es der Adelsoper noch, den berühmten Farinelli unter Vertrag zu nehmen.

Händel zog nun in das neu erbaute Covent Garden Theatre um und führte das Unternehmen auf eigene Faust. Trotz dem Dahinsiechen des Unternehmens komponierte er in dieser Zeit Werke wie Ariodante und Alcina, die zusammen mit Orlando zu den bedeutendsten nach dem Zusammenbruch der ersten Akademie gelten. 1737 kam es zu einem Bankrott, und Händel erlitt einen Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen, der Überarbeitung zugeschrieben wird. Auch die Adelsoper musste jedoch aufgelöst werden, so dass man Händels Scheitern nicht seinem Abstieg innerhalb der Musikwelt zuschreiben kann. Bei einem Kuraufenthalt in Aachen erholte er sich schnell wieder und komponierte mit der alten Produktivität.

Zeit der Oratorien

Wenngleich Händel bis zu seiner letzten Oper Deidamia 1741 noch zahlreiche Versuche unternahm, die Oper fortzuführen, trat doch allmählich das Oratorium in den Vordergrund, mit Saul und Israel in Egypt von 1739 und Wiederaufnahmen seiner früheren Werke, darunter auch Alexander's Feast von 1736. Als Zwischenaktmusik spielte er Concerto grossi, darunter die zwölf Konzerte op. 6, die er innerhalb weniger Wochen schrieb.

Der Messiah wurde erstmals am 13. April 1742 in Dublin aufgeführt. Nach diesem Zeitpunkt komponierte Händel keine Opern mehr, stattdessen gab es von 1743 bis 1752 eine durchgängige Reihe von ein oder zwei neuen Oratorien pro Saison, die meisten davon auf Themen aus dem Alten Testament, daneben die weltlichen Hercules und Semele, die gelegentlich zu den bedeutendsten englischen Opern gezählt werden, obwohl Händel selbst sie nicht szenisch aufführte.

Eine zeitlang musste Händel immer noch mit einer Feindschaft in bestimmten Adelskreisen kämpfen. Anders als zu Zeiten der Adelsoper hatte er zwar als Oratorienschreiber keine Konkurrenz, aber seine Gegner konnten an den Abenden seiner Aufführungen Bälle und Bankette geben, um ihm zu schaden. Breitere Bevölkerungsschichten erreichte er mit seinen "Siegesoratorien" nach dem Jakobitenaufstand von 1745, von denen Judas Maccabaeus das zu seinen Lebzeiten populärste Oratorium wurde.

1751 begannen Probleme mit seinem Augenlicht. Das Autograph von Jephtha, seinem eigentlich letzten neuen Werk, zeigt rührende Spuren seines Leidens in seiner Handschrift. Seine Blindheit unterbrach ihn, während er den Chor How dark, oh Lord, are thy decrees schrieb. Das Autograph gibt so auch Einblick in seine Kompositionsmethode. So fügte er offenbar die Begleitungen, Rezitative und die unwichtigeren Teile des Werks lange nach dem Rest ein.

Er unterzog sich erfolglosen Operationen, eine davon durch den gleichen Chirurgen, der Bachs Augen operiert hatte. Es gibt Hinweise, dass er während seiner letzten Jahre zeitweise sehen konnte, aber nach Mai 1752 gewann er sein Augenlicht praktisch nicht mehr zurück. Er beaufsichtigte weiterhin Aufführungen seiner Werke und spielte zwischen den Akten seine Orgelkonzerte, die er teilweise improvisierte. Weiterhin schrieb neue Arien oder überarbeitete ältere. Das Oratorium The Triumph of Time and Truth benutzt zu einem wesentlichen Teil Material aus dem früheren italienischen Il Trionfo del tempo. Händel besuchte noch eine Woche vor seinem Tod eine Aufführung des Messiah. Er wurde in Westminster Abbey beigesetzt.

Abbildung: Händels Wohnhaus in London, heute Handel House Museum. In diesem Haus lebte Georg Friedrich Händel ab 1723 bis zu seinem Tod. Hier komponierte er u.a. den Messias. Nach einer aufwändigen Renovierung ist im Handel House seit 2001 ein Museum über Händels Leben und Werk untergebracht. Jimi Hendrix lebte im 1968-1969 im Nachbarhaus 23 Brook Street. Als er erfuhr, dass Händel im Nebenhaus gewohnt hatte, kaufte er sich angeblich einige Händel-Aufnahmen, u. a. den Messias und die Wassermusik.

Werk

Händels Werk umfasst ca. fünfzig Opern, zweiunddreißig Oratorien und eine große Menge Kirchenmusik, dazu eine noch größere Zahl instrumentaler Stücke. Das Händel-Werke-Verzeichnis (HWV) wurde von dem Hallenser Musikwissenschaftler Bernd Baselt (1934–1993) erarbeitet und erschien 1978.

Händels Werke wurden zuerst von Samuel Arnold (40 Bde., London, ab 1786) herausgegeben. Dem folgte im 19. Jahrhundert die Gesamtausgabe für die Deutsche Händel-Gesellschaft von Friedrich Chrysander (100 Bde., Leipzig, 1859-1894).

Seit 1955 gibt die Internationale Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e.V. Sitz Halle die Hallische Händel-Ausgabe (HHA) heraus. Diese Gesamtausgabe, die modernsten musikwissenschaftlichen Kriterien genügt, soll 2023 abgeschlossen werden.

Opern

HWV Titel Uraufführung Ort Bemerkung
1 Almira 8. Januar 1705 Theater am Gänsemarkt, Hamburg
2 Nero 25. Februar 1705 Theater am Gänsemarkt, Hamburg Musik verloren
3 Florindo 1708 Theater am Gänsemarkt, Hamburg Musik verloren
4 Daphne 1708 Theater am Gänsemarkt, Hamburg Musik verloren
5 Rodrigo 1707 Florenz
6 Agrippina Ende 1709/Anfang 1710 Teatro San Giovanni Grisostomo, Venedig
7a/b Rinaldo 24. Februar 1711 Queen's Theatre, London
8a/b/c Il pastor fido 12. November 1712 Queen's Theatre, London
9 Teseo 10. Januar 1713 Queen's Theatre, London
11 Amadigi 25. Mai 1715 King's Theatre, London
12a/b Radamisto 27. April 1720 King's Theatre, London
13 Muzio Scevola 15. April 1721 King's Theatre, London nur 3. Akt von Händel
14 Floridante 9. Dezember 1721 King's Theatre, London
15 Ottone 12. Januar 1723 King's Theatre, London
16 Flavio 14. Mai 1723 King's Theatre, London
17 Giulio Cesare 20. Februar 1724 King's Theatre, London
18 Tamerlano 31. Oktober 1724 King's Theatre, London
19 Rodelinda 13. Februar 1725 King's Theatre, London
20 Scipione 12. März 1726 King's Theatre, London
21 Alessandro 5. Mai 1726 King's Theatre, London
22 Admeto 31. Januar 1727 King's Theatre, London
23 Riccardo Primo 11. November 1727 King's Theatre, London
24 Siroe 17. Februar 1728 King's Theatre, London
25 Tolomeo 30. April 1728 King's Theatre, London
26 Lotario 2. Dezember 1729 King's Theatre, London
27 Partenope 21. Februar 1730 King's Theatre, London
28 Poro 2. Februar 1731 King's Theatre, London
29 Ezio 11. Januar 1732 King's Theatre, London
30 Sosarme 15. Februar 1732 King's Theatre, London
31 Orlando 27. Januar 1733 King's Theatre, London
32 Arianna 26. Januar 1734 King's Theatre, London
33 Ariodante 8. Januar 1735 Covent Garden Theatre, London
34 Alcina 16. April 1735 Covent Garden Theatre, London
35 Atalanta 12. Mai 1736 Covent Garden Theatre, London
36 Arminio 12. Januar 1737 Covent Garden Theatre, London
37 Giustino 16. Februar 1737 Covent Garden Theatre, London
38 Berenice 18. Mai 1737 Covent Garden Theatre, London
39 Faramondo 3. Januar 1738 King's Theatre, London
40 Serse 15. April 1738 King's Theatre, London
41 Imeneo 22. November 1740 Theater in Lincoln's Inn Fields, London
42 Deidamia 10. Januar 1741 Theater in Lincoln's Inn Fields, London

Oratorien, musikalische Dramen und Masques

HWV Titel Uraufführung Ort
49a/b Acis and Galatea vermutlich 1718 bei London
50a/b Esther vermutlich 1718 bei London
51 Deborah 21. Februar 1733 King's Theatre, London
52 Athalia 10. Juli 1733 Sheldonian Theatre, Oxford
53 Saul 16. Januar 1739 King's Theatre, London
54 Israel in Egypt 4. April 1739 King's Theatre, London
55 L'Allegro, il Penseroso ed il Moderato 27. Februar 1740 Theater in Lincoln's Inn Fields, London
56 Messiah 13. April 1742 New Music Hall, Dublin
57 Samson 18. Februar 1743 Covent Garden Theatre, London
58 Semele 10. Februar 1744 Covent Garden Theatre, London
59 Joseph and his Brethren 2. März 1744 Covent Garden Theatre, London
60 Hercules 5. Januar 1745 King's Theatre, London
61 Belshazzar 27. März 1745 King's Theatre, London
62 The Occasional Oratorio 14. Februar 1746 Covent Garden Theatre, London
63 Judas Maccabaeus 1. April 1747 Covent Garden Theatre, London
64 Joshua 9. März 1748 Covent Garden Theatre, London
65 Alexander Balus 23. März 1748 Covent Garden Theatre, London
66 Susanna 10. Februar 1749 Covent Garden Theatre, London
67 Solomon 17. März 1749 Covent Garden Theatre, London
68 Theodora 16. März 1750 Covent Garden Theatre, London
69 The Choice of Hercules 1. März 1751 Covent Garden Theatre, London
70 Jephtha 26. Februar 1752 Covent Garden Theatre, London
71 The Triumph of Time and Truth 11. März 1757 Covent Garden Theatre, London
75 Alexander's Feast 19. Februar 1736 King's Theatre, London
76 Ode for St. Cecilia's Day 22. November 1739 Theater in Lincoln's Inn Fields, London

Instrumentalmusik

  • 6 Orgelkonzerte op. 4 (HWV 289 – 294)
  • 6 Orgelkonzerte op. 7 (HWV 306 – 311)
  • 6 Concerti grossi op. 3 (HWV 312 – 317)
  • Concerto grosso C-Dur "Alexander's Feast" (HWV 318)
  • 12 Concerti grosso op. 6 (HWV 319 – 330)
  • 3 Concerti a due cori (HWV 332 – 334)
  • Water Musik (Wassermusik, HWV 348 – 350)
  • Music for the Royal Fireworks (Feuerwerksmusik, HWV 351)

Diskografische Empfehlungen

Titel Jahr CDs Bezugsmöglichkeit
1991 4 Bestellen EUR

Siehe auch

Literatur

Netmarks

Klaviernoten Sarabande XIe Suite Hörprobe,

www.klavierunterricht-wiesbaden.de/noten/noten/haendel_sarabande.pdf (PDF-Datei).

GFHandel.org mit umfangreichen Informationen zu Leben, Werk, Aufführungen, CDs u.a.

www.gfhandel.org (englischsprachig)

Das vollständige Händel-Werke-Verzeichnis (HWV),

www.gfhandel.org/composition.htm (englischsprachig).

Museen

Händelhaus Halle - Geburtshaus Händels und Musikmuseum,

www.haendelhaus.de.

Handel House Museum London,

www.handelhouse.org (englischsprachig).

Festspiele

Händel-Festspiele Halle,

www.haendelfestspiele.halle.de.

Händel-Festspiele Göttingen,

www.haendel.org.

Händel-Festspiele Karlsruhe,

www.karlsruhe.de/Kultur/Haendel/fest.html.

Quelle

Ein Teil dieses Textes basiert auf einem Artikel aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.

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Version: 11:18, 11. Apr 2005.

Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Bildquellennachweise:

  • Georg Friedrich Händel - Quelle: www.lib.utexas.edu via de.wikipedia.org; Lizenz: Public Domain.
  • Das Queen's Theatre (ab 1714 King's Theatre) am Haymarket in London. Hier wurden die meisten Opern Händels uraufgeführt; William Capon (1757-1827): Italian Opera House (King's Theatre). (Architekt: John Vanbrugh). Bleistift und Wasserfarben; Originalgröße: 18 cm x 21,3 cm; H. R. Beard Collection F94-14. TM 376. Victoria and Albert Museum, London - Quelle: commons.wikimedia.org via de.wikipedia.org; Lizenz: Public Domain.
  • Händels Wohnhaus in London, heute Handel House Museum, Handel House, 25 Brook Street, London W1 - commons.wikimedia.org via de.wikipedia.org; Fotograf: Andreas Praefcke; Aufnahmedatum: 2002; Lizenz: GNU FDL.
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