Der Bundesverband Musikindustrie (BMVI) sollte eine eigene Kulturflatrate für Internetbenutzer einführen - das fordert der frühere Chef von Universal Deutschland, Tim Renner, am Vorabend der Echo-Verleihung in der aktuellen Ausgabe des deutschen Rolling Stone.
Nach Renners Ansicht könne man potenziellen Musikkäufern im Internet für 12,90 Euro pro Monat einen unbeschränkten Zugriff auf das Repertoir der Plattenfirmen gewähren, "soviel pro Monat, wie eine CD gefühlt kostet".
Erst kürzlich hatte sich der Bundesverband gegen eine mögliche staatliche Kulturflatrate gewandt.
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In 2009 entfiel erstmals mehr als ein Viertel des Umsatzes aus dem Musikverkauf auf das Online-Geschäft. Der Umsatzanteil digitaler Musik wuchs weltweit auf 27 Prozent. 4,2 Milliarden US-Dollar wurden im Jahr 2009 mit dem Verkauf von digitaler Musik eingenommen.
Musikliebhaber können aus einem Online-Angebot von über 11 Millionen Songs auswählen. Die Zahl der lizenzierten Musikplattformen im Internet liegt bei etwa 400 Anbietern.
Die Download-Verkäufe einzelner Titel stiegen im Jahr 2009 um geschätzte 10 Prozent auf mehr als 1,5 Milliarden Titel. Das Geschäft mit digitalen Alben überstieg im vergangenen Jahr alle Erwartungen und verzeichnete einen Wachstum von 18 Prozent auf rund 110 Millionen verkaufte Einheiten. Das geht aus dem am Donnerstag in London veröffentlichten Digital Music Report 2010 der International Federation of Phonographic Industries (IFPI) hervor.
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Der deutsche Musikmarkt wird voraussichtlich ab 2013 wieder wachsen. Ab dann sollen die Umsätze aus dem Digitalgeschäft die Verluste im physischen Verkauf kompensieren. Der Umsatzanteil des Digitalgeschäftes soll in fünf Jahren ca. 20 Prozent betragen. 2008 lag er bei sieben Prozent.
Das Wachstum im Digitalmarkt kommt vor allem aus dem Verkauf digitaler Alben sowie Abo-Modellen wie Spotify oder Napster und zugangsgebundenen Musikangeboten (Internetzugang und Musik) der Internet Service Provider. Das geht aus einer GfK-Prognose hervor, basierend auf Daten aus der GfK Konsumentenforschung, ergänzt durch Expertenbefragungen, die am Donnerstag in Berlin präsentiert wurde.
Die Experten prognostizieren für die kommenden fünf Jahre einen jährlichen durchschnittlichen Rückgang von fünf Prozent im physischen Markt jedoch ein Wachstum von 17 Prozent bei den digitalen Verkäufen. Weitere Einnahmen fließen verstärkt aus dem Lizenzgeschäft für Streamingangebote wie auf YouTube oder Myspace.
Die Bertelsmann AG und Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. ("KKR") haben sich auf die Gründung eines Joint Ventures unter dem Namen BMG geeinigt. Das Gemeinschaftsunternehmen umfasst Bertelsmanns Musikrechtegeschäft BMG Rights Management. Ziel der Partnerschaft ist der Aufbau eines globalen Musikrechtevermarkters.
Nach der Eigenkapitaleinlage von KKR wird Bertelsmann 49 Prozent an dem Joint Venture halten und weiterhin das Management mit dem derzeitigen CEO von BMG Rights Management, Hartwig Masuch, stellen. KKR wird 51 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens übernehmen.
BMG Rights Management bringt sein Know-how aus der Lizenzierung und Verwaltung von Musikrechten, eine Vielzahl an Musikkatalogen und Künstlern, die etablierte Marke BMG sowie sein erfahrenes Management in das Gemeinschaftsunternehmen ein. KKR stärkt die Finanzkraft von BMG Rights Management deutlich und eröffnet mit seinem internationalen Netzwerk neue Wachstumsmöglichkeiten.
Anlässlich der Jahrespressekonferenz der GEMA präsentierte der Vorstandsvorsitzende Dr. Harald Heker im Berliner Hauptstadtbüro die wichtigsten Daten des Geschäftsberichts 2008.
Der Gesamtertrag der GEMA für ihre Rechteinhaber aus aller Welt betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 823,0 Mio. Dies bedeutet einen Rückgang um EUR 26,6 Mio. (3,1 %) gegenüber dem Vorjahr.
Die Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2008, die Mitte September in eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise mündete, führte auch in Deutschland dazu, dass in den letzten Monaten des Jahres insbesondere die Exportwirtschaft von erheblichen Rückgängen der Umsätze und noch stärker des Auftragseingangs betroffen war.
Die fortschreitende Digitalisierung und der rasante Erfolg des Internet haben in der Musikindustrie zu dramatischen Umsatzverlusten geführt. So haben das veränderte Mediennutzungsverhalten und die massenhafte Nutzung von Musiktauschbörsen den Gesamtumsatz der Musikindustrie auf dem deutschen Markt gegenüber einem Umsatzvolumen von 2,7 Mrd. Euro im Jahr 1998 auf 1,5 Mrd. Euro in 2008 nahezu halbiert.
Die Umsätze sollen sich jedoch ab 2010 trotz des weiteren Rückgangs der CD-Verkäufe durch neue Erlösquellen wie Musikdownloads, Musik-Abodienste für mobile Endgeräte oder Konzertaufzeichnungen auf DVD langsam wieder erholen.
Ab 2012 soll der Anteil dieser Medien schließlich sogar auf mehr als 50 Prozent steigen, was die Fähigkeit der Industrie demonstriert, mit der nach wie vor sehr hohen Musiknutzung auch wieder Geld zu verdienen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Analyse der internationalen Strategieberatung Booz & Company.
11 Millionen Deutsche haben schon einmal Musik im Internet gekauft. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Wirtschaftsverbands BITKOM hervor.
"Jeder vierte Internetnutzer bestellt Musik-CDs und -DVDs oder lädt sich Songs herunter", erläutert BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. "Immer mehr Menschen wählen ihre Wunschmusik bequem am PC aus."
Am beliebtesten ist der Musikkauf im Web bei den 30- bis 49-Jährigen: In dieser Altersgruppe nutzen 31 Prozent der Surfer die Angebote. Auch Senioren schätzen die Möglichkeit, Musik am eigenen Computer zu kaufen: Jeder vierte Surfer ab 65 (25 Prozent) hat dies bereits getan.
Der weltweite Umsatz mit Musik-Downloads stieg im Jahr 2008 um 25 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Digital Music Report 2009 der International Federation of the Phonografic Industry (IFPI) hervor.
"Musik ist zusammen mit Games weltweit der Vorreiter bei der Erschließung des Downloadmarktes", betonte Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. (BVMI) am Freitag in Berlin.
Mit einem Umsatzanteil von 20 Prozent liegt Musik bei den Erlösen aus dem Digitalgeschäft weit vor Zeitungen (4%), der Filmindustrie (4%) und Magazinen (1%). Weltweit gibt es über 500 legale Musikangebote mit über vier Millionen verfügbaren Titeln.
Die französische Musikerin Patricia Kaas veröffentlicht ihr neues Album Kabaret zunächst ausschließlich digital bei dem europäischen Label Believe Digital. Ab dem 15. Dezember 2008 ist das neueste Werk des Weltstars in deutscher Version bei allen bekannten Online-Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu haben.
Am 1. Januar 2009 startet der weltweite digitale Verkauf. Erst danach wird Kabaret auch auf CD zu kaufen sein. Dieses Vorgehen, das digitale Release vorzuziehen, ist im deutschsprachigen Raum bislang einmalig.
Patricia Kaas hat in den vergangenen 20 Jahren weltweit in fast 50 Ländern insgesamt mehr als 16 Millionen Tonträger verkauft. Mit Kabaret liefert sie ihr persönlichstes Werk ab, eine Hommage an die Chanson-Göttinnen der 30er Jahre, in der deutschen Version auch mit zwei deutschsprachigen Songs.
Trotz schwieriger Haushaltslage hat sich der Deutsche Bundestag entschlossen, das Förderbudget der Initiative Musik gGmbH für 2009 um 500.000 EUR aufzustocken. Zusätzlich werden weitere 500.000 EUR durch Mittel des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) für das kommende Jahr bereitgestellt. Bisher verfügte die Initiative Musik gGmbH jährlich über Fördergelder von 1 Mio. EUR. Damit stehen nun insgesamt 2 Mio. EUR für 2009 zur Verfügung.
Bislang wurden 69 Projekte durch die Initiative Musik gefördert. Dazu zählen 58 Künstler- und 11 Infrastrukturmaßnahmen aus Rock, Pop und Jazz. „Polarkreis 18“ erstürmte gleich die Nr. 1 der deutschen Singlecharts. Die meisten geförderten Künstlerinnen und Künstler verwenden das Fördergeld für die Produktion von Alben, oft auch Debutalben, die Auskopplung von Singles, für Promotion der CDs und für Tourneen im deutschsprachigen Raum, in Europa, den USA und Asien.